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Kundenbewertungen und SEO: Wo Sterne erscheinen und wo nicht

Kundenbewertungen und SEO: Wo Sterne erscheinen und wo nicht

Alles auf einen Blick

  • Für die organische Suche nennt Google Bewertungen nirgends als Rankingsignal. Für das lokale Ranking im Unternehmensprofil nennt Google sie ausdrücklich.
  • Seit September 2019 gibt es keine Sterne mehr für Rezensionen, die ein Unternehmen über sich selbst auf der eigenen Website einbindet. Google nennt das eigennützige Rezensionen.
  • Sterne stammen aus vier getrennten Systemen: Produkt-Markup auf deiner Seite, Merchant Center, Google-Unternehmensprofil und Bewertungsportale.
  • Harte Schwellen: Produktbewertungen brauchen mindestens 50 Rezensionen im Feed, Händlerbewertungen neben Textanzeigen mindestens 3,5 Sterne.
  • §5b Absatz 3 UWG verlangt, dass du offenlegst, ob und wie du die Echtheit von Bewertungen prüfst. Gefälschte Bewertungen sind per se verboten.
  • KI-Antworten werten öffentliche Rezensionen aus. OpenAI schreibt selbst, dass Bewertungen dabei nicht verifiziert werden.
Inhaltsverzeichnis10 Abschnitte
  1. Was Bewertungen wirklich bewirken
  2. Der Bewertungsrechner in diesem Beitrag
  3. Wo Sterne erscheinen und wo nicht
  4. Strukturierte Daten richtig einsetzen
  5. Bewertungen sammeln, ohne dir zu schaden
  6. Was in Deutschland rechtlich gilt
  7. Bewertungen in KI-Suchen
  8. Praxis für Shopify und Shopware
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Kundenbewertungen gelten als sicherer SEO-Hebel. Das stimmt so nicht. Google zieht Bewertungen an einigen Stellen sehr direkt heran, an anderen überhaupt nicht. Und die meistgegebene Empfehlung ist seit September 2019 falsch: Wer eigene Bewertungen mit AggregateRating auf der eigenen Unternehmensseite auszeichnet, bekommt dafür keine Sterne in den Suchergebnissen.

Hier bekommst du die Trennlinie: was Bewertungen messbar bewirken, wo Sterne tatsächlich erscheinen, wie du strukturierte Daten richtig einsetzt, was das UWG seit der Omnibus-Richtlinie verlangt und wie KI-Antworten Bewertungen verwenden. Dazu ein ehrlicher Blick auf den Rechner, der in diesem Beitrag steckt.

Was Bewertungen wirklich bewirken

Bewertungen wirken an drei Stellen, und die haben wenig miteinander zu tun: beim lokalen Ranking, bei der Entscheidung vor dem Klick und beim Ruf, den unabhängige Quellen deinem Unternehmen geben. Was sie nicht sind: eine Stellschraube, an der du drehst, damit ein Ratgeberartikel in der organischen Suche steigt.

Lokal ist der Einfluss dokumentiert

Google nennt für lokale Ergebnisse drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Zu den Rezensionen schreibt Google in der Hilfe zum Unternehmensprofil wörtlich: „Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen Ihr Unternehmen erhält, desto besser kann das Ranking in lokalen Suchergebnissen ausfallen.“ Im selben Artikel steht der Satz, dass ein besseres lokales Ranking nicht eingefordert werden kann, auch nicht gegen Bezahlung.

Das ist die einzige Stelle, an der Google Bewertungen offen als Rankinggröße benennt. Sie gilt für das Unternehmensprofil, für das lokale Dreierpack und für Maps, nicht für die klassischen blauen Links. Was dahinter steckt und welche Signale sonst zählen, steht im Beitrag zu Local SEO.

Vor dem Klick und nach dem Klick

Der zweite Effekt passiert in den Suchergebnissen selbst. Google beziffert ihn für Anzeigen sogar: Laut Google-Ads-Hilfe lässt sich „die Klickrate im Suchnetzwerk durchschnittlich um 2 %“ steigern, wenn Händlerbewertungen neben Textanzeigen erscheinen. Das ist eine bescheidene Zahl, aber sie kommt vom Anbieter selbst und bezieht sich auf einen klar abgegrenzten Fall.

Der dritte Effekt ist der Ruf. Googles Richtlinien für Qualitätsprüfer widmen den Kundenbewertungen einen eigenen Abschnitt. Dort steht, dass „eine große Zahl detaillierter, vertrauenswürdiger, positiver Rezensionen“ als Beleg für einen guten Ruf gelten kann, dass Prüfer aber sowohl positiven als auch negativen Bewertungen mit Skepsis begegnen sollen, weil sie jeder schreiben kann. Wichtiger noch: Bei Widersprüchen zwischen dem, was eine Website über sich selbst sagt, und dem, was unabhängige Quellen sagen, sollen Prüfer den unabhängigen Quellen glauben. Genau das ist der Kern von E-E-A-T.

Diese Richtlinien sind kein Algorithmus, sondern eine Anleitung für geschulte Prüfer. Sie sind trotzdem die beste öffentliche Quelle dafür, welche Art von Reputation Google für hochwertig hält: viele, ausführliche Bewertungen aus unabhängigen Quellen, nicht ein Widget auf der eigenen Startseite.

Der Bewertungsrechner in diesem Beitrag

Im Beitrag steckt ein kleiner Rechner. Du gibst Anzahl der Bewertungen, Durchschnittsnote, deine Antwortrate und die Häufigkeit neuer Bewertungen ein und bekommst eine Einschätzung samt Empfehlungen.

Ehrlich gesagt: Der Rechner rechnet nichts. Er vergleicht deine Eingaben mit fest verdrahteten Schwellen und gibt dazu passende Textbausteine aus. Bei der Anzahl sind die Stufen 20, 50 und 100, bei der Note 3,5, 4,0 und 4,5. Diese Zahlen stammen aus keiner Studie und aus keiner Google-Dokumentation, sie sind gesetzt. Dieselben Eingaben führen bei jedem Nutzer zum selben Ergebnis, unabhängig von Branche, Wettbewerb und Region.

Als Selbstcheck ist das trotzdem brauchbar. Die Fragen sind die richtigen: Wie viele Bewertungen hast du, wie gut sind sie, antwortest du, kommen regelmäßig neue dazu? Nur die Ausgabe darfst du nicht als Prognose lesen. Sätze wie „Die hohe Durchschnittsbewertung wirkt sich sehr positiv auf dein Ranking aus“ gelten für das Unternehmensprofil, nicht für deine organischen Treffer.

Wichtig

Zwei Ratschläge im Rechner solltest du nicht befolgen. Der Tipp, kleine Anreize wie Rabatte oder eine Verlosung für Bewertungen anzubieten, verstößt gegen die Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte bei Google. Und der Rat, gezielt zufriedene Kunden um Bewertungen zu bitten, ist genau das Vorsortieren, das Google untersagt. Beides kann dich Rezensionen oder das Konto kosten.

Wo Sterne erscheinen und wo nicht

Sterne in den Suchergebnissen sehen überall gleich aus, kommen aber aus völlig verschiedenen Töpfen. Wer das trennt, spart sich viel vergebliche Arbeit an strukturierten Daten.

Wo die Sterne erscheinenWoher sie kommenVoraussetzungSelbst steuerbar
Produkt-Snippet und Händlereintrag in der organischen SucheMarkup vom Typ Product auf deiner ProduktseitePflichtfelder erfüllt, Bewertungen auf der Seite sichtbarJa
Produkteinträge und Shopping-AnzeigenProduktbewertungen im Merchant CenterMindestens 50 Rezensionen insgesamt, Feed mindestens monatlich, GTIN oder Marke plus MPNJa, per Feed oder Dienstleister
Händlerbewertungen neben Textanzeigen und in unbezahlten EinträgenGoogle Kundenrezensionen, zugelassene Rezensionsdienstleister, Google-StudienMeist etwa 100 Rezensionen je Land in 24 Monaten, bei Textanzeigen mindestens 3,5 SterneNur indirekt
Unternehmensprofil, lokales Dreierpack, MapsRezensionen, die Nutzer bei Google abgebenBestätigtes UnternehmensprofilNein, das verwaltet Google
Deine Unternehmensseite mit LocalBusiness oder OrganizationKeine SterneGilt als eigennützige RezensionNein
Profilseiten von Portalen wie Trusted Shops oder TrustpilotDeren eigene BewertungsprofileVertrag mit dem AnbieterNein, die Sterne gehören der fremden Domain

Die vierte und fünfte Zeile sind der Punkt, an dem die meisten Ratgeber daneben liegen. Ein lokales Unternehmen bekommt Sterne im Unternehmensprofil, weil Google die Rezensionen selbst einsammelt. Auf der eigenen Website bekommt dasselbe Unternehmen keine Sterne, egal wie sauber das Markup ist.

Strukturierte Daten richtig einsetzen

Google unterstützt Rezensions-Snippets für Buch, Kursliste, Ereignis, Lokales Unternehmen, Film, Produkt, Rezept und Software, dazu für einige weitere Schema.org-Typen wie Game, MusicRecording oder Organization. Bei zwei Typen steht in der Dokumentation eine Klammer, die alles entscheidet: Lokales Unternehmen und Organisation gelten „nur für Websites, auf denen Rezensionen zu anderen lokalen Unternehmen erfasst werden“.

Was Google als eigennützig wertet

Die Richtlinie ist unmissverständlich formuliert: „Wenn die Organisation die Kontrolle über sie selbst betreffende Rezensionen auch selber ausübt, kann ihre Seite mit LocalBusiness oder einer anderen Art von strukturierten Organization-Daten keine Sternebewertung erhalten.“ Als Beispiel nennt Google ausdrücklich Rezensionen über Organisation A auf der Website von Organisation A, und zwar sowohl direkt in den strukturierten Daten als auch über ein eingebettetes Widget eines Drittanbieters.

Das eingebettete Widget ist der Teil, den viele übersehen. Ein Trusted-Shops- oder Google-Rezensionen-Widget auf deiner Startseite macht die Bewertungen nicht zu fremden Bewertungen. Entscheidend ist, wer der Bewertete ist, nicht wer die Technik liefert. Dazu kommen zwei weitere Punkte aus derselben Richtlinie: Bewertungen müssen direkt von Nutzern stammen, und niemand darf sie redaktionell auswählen oder zusammenstellen.

Pflichtfelder für Review und AggregateRating

Für Produkte gilt die Ausnahme: Dort sind eigene Kundenbewertungen ausdrücklich vorgesehen. Diese Felder verlangt Google:

TypErforderlichEmpfohlen
Reviewauthor, reviewRating, reviewRating.ratingValue, dazu itemReviewed und dessen name, sofern die Rezension nicht verschachtelt istdatePublished, bestRating, worstRating
AggregateRatingratingValue sowie ratingCount oder reviewCount, dazu itemReviewed und dessen name, sofern nicht verschachteltbestRating, worstRating

Ohne Angabe nimmt Google eine Skala von 1 bis 5 an. Dezimalwerte gehören mit Punkt in die Daten, also 4.7 und nicht 4,7. So sieht ein sauberes Beispiel für eine Produktseite aus:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org/",
  "@type": "Product",
  "name": "Silberring Amanda",
  "sku": "RG-1042",
  "aggregateRating": {
    "@type": "AggregateRating",
    "ratingValue": "4.7",
    "ratingCount": "38",
    "bestRating": "5"
  },
  "review": [{
    "@type": "Review",
    "author": { "@type": "Person", "name": "Kerstin B." },
    "datePublished": "2026-08-14",
    "reviewRating": { "@type": "Rating", "ratingValue": "5" },
    "reviewBody": "Der Ring sitzt perfekt und kam schnell an."
  }]
}
</script>

Drei technische Regeln werden regelmäßig gebrochen. Erstens: Was du auszeichnest, muss auf der Seite sichtbar sein. Nutzer sollen die Gesamtbewertung und die Rezensionstexte sehen können. Zweitens: „Fasse keine Rezensionen oder Bewertungen von anderen Websites zusammen.“ Fremde Sterne auf die eigene Seite zu kopieren, ist damit erledigt. Drittens gilt das Markup immer für ein bestimmtes Element, nicht für eine Kategorie oder eine Liste.

Tipp

Prüf jede Vorlage einzeln mit dem Test für Rich-Suchergebnisse und schau danach in der Search Console in den Bericht zu Rezensions-Snippets. Der Test sagt dir, ob die Daten gültig sind. Der Bericht sagt dir, ob Google sie tatsächlich verwendet. Zwischen beidem liegt oft der interessante Teil.

Bewertungen sammeln, ohne dir zu schaden

Der beste Zeitpunkt für die Anfrage ist der, an dem der Kunde das Ergebnis in der Hand hält. Bei Google Kundenrezensionen ist genau das eingebaut: Ein Opt-in-Modul nach dem Kauf fragt, ob Google eine Umfrage schicken darf, die Umfrage geht nach der Auslieferung raus. Das Programm ist kostenlos und speist die Händlerbewertungen.

Bei der Ansprache gibt es klare rote Linien. Google verbietet Anreize wie Zahlungen, Rabatte oder kostenlose Produkte im Tausch gegen eine Rezension, das Entfernen oder Überarbeiten einer negativen Rezension und das gezielte Vorsortieren nach Stimmung. Auch Mitarbeiter unter Druck zu setzen, eine bestimmte Zahl von Rezensionen zu besorgen, steht auf der Liste. Wie ernst Google das nimmt, zeigen die eigenen Zahlen für 2025: über 292 Millionen Rezensionen blockiert oder entfernt, über 13 Millionen gefälschte Unternehmensprofile gelöscht, bei über einer Milliarde veröffentlichter Rezensionen.

Eine Ausnahme gibt es, und sie ist eng: Für Produktbewertungen im Merchant Center dürfen Rezensionen mit Anreiz eingereicht werden, solange der Anreiz nicht von der Beurteilung abhängt und du sie im Feed mit dem Attribut is_incentivized_review kennzeichnest. Außerdem musst du dort alle Rezensionen schicken, auch die mit wenigen Sternen.

Gut zu wissen

Eine negative Bewertung ist kein Schaden, sondern eine Bühne. Antworte sachlich, ohne Rechtfertigung, nenn den nächsten Schritt und schreib für die Mitleser, nicht für den Verfasser. Eine Rezensionsseite ohne jede Kritik wirkt auf Kunden und auf Googles Qualitätsprüfer eher verdächtig als überzeugend.

Was in Deutschland rechtlich gilt

Seit die Regeln aus der Omnibus-Richtlinie (EU) 2019/2161 Ende Mai 2022 im deutschen UWG in Kraft sind, ist der Umgang mit Bewertungen kein Stilthema mehr, sondern Wettbewerbsrecht. Drei Vorschriften solltest du kennen.

§5b Absatz 3 UWG: Machst du Verbraucherbewertungen zugänglich, gelten „Informationen darüber, ob und wie der Unternehmer sicherstellt, dass die veröffentlichten Bewertungen von solchen Verbrauchern stammen, die die Waren oder Dienstleistungen tatsächlich genutzt oder erworben haben“, als wesentlich. Du brauchst also eine kurze, ehrliche Erklärung neben den Bewertungen. Wenn du nicht prüfst, musst du auch das sagen.

Anhang zu §3 Absatz 3 UWG, Nummern 23b und 23c: Verboten ist die Behauptung, Bewertungen stammten von echten Käufern, „ohne dass angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen zur Überprüfung ergriffen wurden“. Ebenfalls verboten ist die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen. Diese Tatbestände sind ohne Spielraum verboten, eine Interessenabwägung findet nicht statt.

Werbung mit der Durchschnittsnote: Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 entschieden (I ZR 143/23), dass bei Werbung mit einer durchschnittlichen Sternebewertung die Gesamtzahl der Bewertungen und der berücksichtigte Zeitraum angegeben werden müssen. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Sterneklassen ist dagegen nicht erforderlich.

Praktisch heißt das: „4,7 von 5 Sternen“ allein reicht nicht. „4,7 von 5 Sternen aus 312 Bewertungen der letzten zwölf Monate“ reicht, ergänzt um einen Satz dazu, wie du die Echtheit sicherstellst. Genau hier liegt der Nutzen von Anbietern wie Trusted Shops. Dort fließen in die Gesamtnote zahlender Mitglieder nur verifizierte Bewertungen ein, also solche, bei denen der Anbieter den Kauf oder die Nutzung nachvollziehen kann. Bewertungen, die älter als zwölf Monate sind, zählen mit geringerem Gewicht. Wer kein zahlendes Mitglied ist, kann über das Profil trotzdem bewertet werden, dann aber ohne diese Prüfung. Solche Unterschiede musst du kennen, denn beschreiben musst du am Ende dein Verfahren, nicht das Werbeversprechen des Anbieters.

Wichtig

Das Filtern eigener Bewertungen ist der gefährlichste Fehler. Wer nur positive Rezensionen veröffentlicht oder negative unterdrückt, erzeugt ein Gesamtbild, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Das ist nicht nur ein Verstoß gegen Plattformrichtlinien, sondern kann eine Irreführung im Sinne des UWG sein. Sammle vollständig oder sammle gar nicht.

Bewertungen in KI-Suchen

In KI-Antworten spielen Bewertungen eine andere Rolle als in der klassischen Suche. Sie liefern keine Sterne, sondern Text, den ein Modell zusammenfasst. OpenAI beschreibt für die Produktergebnisse in ChatGPT, dass unter anderem Verfügbarkeit, Preis, Bewertungen und Bedienbarkeit berücksichtigt werden, und dass Händler nach Faktoren wie Verfügbarkeit, Preis, Qualität und der Frage sortiert werden, ob sie Hersteller oder Hauptverkäufer sind. Zu den Bewertungszusammenfassungen schreibt OpenAI ausdrücklich, dass diese modellgeneriert sind, auf Rezensionen öffentlicher Websites beruhen und von OpenAI nicht verifiziert werden.

Perplexity zeigt in seinem Shopping-Modus ebenfalls Produktkarten mit zusammengefassten Bewertungen aus dem offenen Web und ergänzt sie um Händlerdaten aus einem eigenen Merchant-Programm. Für Google gilt: In der Dokumentation zu den KI-Funktionen steht, dass es „keine zusätzlichen Anforderungen“ gibt, um in Übersichten mit KI oder im KI-Modus zu erscheinen, und dass dafür keine speziellen strukturierten Daten nötig sind. Google empfiehlt im selben Dokument aber, Merchant Center und Unternehmensprofil aktuell zu halten.

Die praktische Folge: Für KI-Antworten zählt weniger dein Markup als die Frage, ob über dein Produkt außerhalb deiner Domain geschrieben wird, in Rezensionen, Foren, Tests und Vergleichen. Wie du daran systematisch arbeitest, steht im Beitrag zu GEO und KI-Sichtbarkeit.

Praxis für Shopify und Shopware

In beiden Systemen geht es um dieselben zwei Fragen: Wer sammelt die Bewertungen ein, und wer schreibt daraus gültiges Markup?

Shopify: Die kostenlose hauseigene App Product Reviews ist seit Mai 2024 Geschichte. Eigene Bewertungen sammelt Shopify heute nur noch über die Shop-App, und zwar mit einer strengen Regel: Bewerten darf dort ausschließlich, wer das Produkt bei dir gekauft hat, mit einer Note von 1 bis 5 Sternen und einem Kommentar bis 1.000 Zeichen. Angezeigt werden diese Bewertungen in der Shop-App, nicht automatisch als Markup in deinem Theme. Für Bewertungen auf der eigenen Produktseite brauchst du also eine App aus dem Store. Judge.me, Loox, Yotpo und die Trusted-Shops-App liefern Sammlung, Anzeige und Markup in einem. Achte auf zwei Dinge: Das Markup darf nicht doppelt ausgegeben werden, wenn dein Theme schon ein Product-Snippet schreibt, und dein Anbieter sollte auf Googles Liste der zugelassenen Rezensionsdienstleister stehen, wenn du Sterne bei Shopping willst. Judge.me steht dort und verlangt für den Shopping-Feed mindestens 50 über Judge.me gesammelte Rezensionen.

Shopware 6: Bewertungen sind im Standard eingebaut, inklusive Freigabe im Admin. Die strukturierten Daten hat Shopware auf JSON-LD umgestellt und die alten Microdata abgelöst. Das Produkt-JSON-LD enthält dabei aggregateRating mit Durchschnitt und Anzahl der freigegebenen Rezensionen sowie die einzelnen Review-Einträge. Ob dein Shop das schon ausliefert, hängt von Version und Theme ab, also prüf es, statt es anzunehmen.

Die Prüfung ist in beiden Fällen dieselbe: Produktseite in den Test für Rich-Suchergebnisse geben, danach dieselbe URL in der Search Console per URL-Prüfung ansehen und den gerenderten Quelltext vergleichen. Kommt das Markup erst per JavaScript, siehst du es nur dort. Fehlt name im bewerteten Element oder steht ratingValue mit Komma da, meldet der Test das sofort. Weitere Stellschrauben für Produktseiten findest du unter SEO für Online-Shops.

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei der Opal-Schmiede steht auf den Produktseiten ein persönlicher Ansprechpartner mit Namen, und das Google-Unternehmensprofil führt 5,0 Sterne aus 58 Bewertungen. Das eine ersetzt das andere nicht. Der Name auf der Produktseite schafft Vertrauen im Shop, die Sterne im Profil schaffen Sichtbarkeit in der lokalen Suche. Beide Baustellen brauchen eigene Arbeit.

Häufige Fragen

Sind Kundenbewertungen ein Rankingfaktor bei Google?

Für das lokale Ranking ja. Google schreibt in der Hilfe zum Unternehmensprofil, dass mehr Rezensionen und positive Bewertungen zu einem besseren lokalen Ranking führen können. Für die organische Suche nennt Google Bewertungen an keiner Stelle als Rankingsignal. Dort wirken sie über Umwege: Klickentscheidung, Kaufabschluss und der Ruf, den unabhängige Quellen deinem Unternehmen geben.

Warum bekomme ich keine Sterne, obwohl mein Markup fehlerfrei ist?

Weil du vermutlich dein eigenes Unternehmen auszeichnest. Seit September 2019 zeigt Google keine Rezensions-Snippets mehr für LocalBusiness und Organization, wenn das bewertete Unternehmen die Rezensionen selbst kontrolliert. Der Test für Rich-Suchergebnisse meldet trotzdem keinen Fehler, denn technisch ist das Markup gültig. Es wird nur nicht angezeigt.

Darf ich einen Rabatt für eine Bewertung geben?

Bei Rezensionen zum Unternehmensprofil nicht. Google untersagt Zahlungen, Rabatte und kostenlose Produkte im Tausch gegen eine Rezension. Bei Produktbewertungen im Merchant Center ist ein Anreiz erlaubt, wenn er nicht von der Note abhängt und die Rezension im Feed als mit Anreiz erlangt gekennzeichnet wird. Ein Rabatt nur für gute Noten ist in jedem Fall tabu und obendrein ein Fall für das UWG.

Was muss neben einer Sternebewertung stehen?

Nach dem BGH-Urteil vom 25. Juli 2024 gehören die Gesamtzahl der Bewertungen und der berücksichtigte Zeitraum dazu. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Sterneklassen verlangt der BGH nicht. Zusätzlich verlangt §5b Absatz 3 UWG eine Angabe dazu, ob und wie du die Echtheit der Bewertungen sicherstellst.

Reichen Bewertungen auf Portalen, oder brauche ich eigene im Shop?

Du brauchst beides, weil sie unterschiedliche Aufgaben haben. Portalprofile und das Unternehmensprofil liefern unabhängige Reputation und Sterne dort, wo Google sie zeigt. Bewertungen direkt an der Produktseite helfen bei der Kaufentscheidung, liefern Text für KI-Antworten und sind die Grundlage für Produktbewertungen im Merchant Center. Wenn du wissen willst, wo dein Shop steht, ist der Shop-Check ein guter Einstieg.

Quellen

Geschrieben von

SEO, GEO und KI-Automatisierung für Online-Shops. Ich teste, worüber ich schreibe, zuerst auf eigenen Seiten und in Kundenprojekten wie RYMHART und Opal-Schmiede.

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