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Relaunch ohne Rankingverlust: SEO-Checkliste für Website und Shop
ArtikelRelaunch & Technik03.05.2025/img/magazin/31084f03f301.webp
Alles auf einen Blick
- Jede alte URL mit Klicks, Links oder Umsatz bekommt eine dauerhafte Weiterleitung (301 oder 308) auf die passende neue Seite, nicht auf die Startseite.
- Trenne große Änderungen: System, Domain, Design und URL-Struktur nacheinander statt an einem Tag.
- Sammle die alten Adressen aus Sitemap, Search Console, Crawl, Backlinks, Webanalyse und Server-Logs, Bilder eingeschlossen.
- Schütze die Testumgebung mit einem Passwort. Eine robots.txt allein hält Seiten nicht aus dem Index.
- Die Adressänderung in der Search Console brauchst du nur, wenn sich Domain oder Subdomain ändert.
- Behalte Weiterleitungen laut Google mindestens ein Jahr, besser dauerhaft, und prüfe 30 Tage lang Indexierung, 404-Fehler und Logs.
Inhaltsverzeichnis11 Abschnitte
- Warum ein Relaunch Rankings kostet
- Welche Art von Relaunch planst du?
- Bestandsaufnahme: Welche URLs du sichern musst
- Weiterleitungs-Mapping: Jede alte Adresse bekommt ein Ziel
- Staging: Testen, bevor Google etwas sieht
- Der Tag des Livegangs: die Checkliste
- Die ersten 30 Tage nach dem Livegang
- Shop-Umzug: Was bei Online-Shops dazukommt
- Häufige Fehler beim Relaunch
- Häufige Fragen
- Quellen
Ein Relaunch kostet Rankings, wenn Google alte Adressen nicht mehr findet, wichtige Inhalte fehlen oder die neue Seite gesperrt bleibt. Alle drei Ursachen lassen sich planen und prüfen. Dieser Leitfaden führt dich durch Bestandsaufnahme, Weiterleitungs-Mapping, Testumgebung, Livegang und die ersten 30 Tage, mit Checklisten und den Regeln, die Google selbst dokumentiert.
Ich habe den Shop der Strickerei RYMHART von PrestaShop auf Shopify umgezogen, den Schmuckshop Opal-Schmiede von Gambio auf Shopware und für seorado.de den Wechsel von WordPress auf eine statische Seite vorbereitet. Aus diesen Projekten stammen die Beispiele.
Warum ein Relaunch Rankings kostet
Google zieht eine Website nicht als Ganzes um, sondern URL für URL. Abgeschlossen ist der Umzug laut Google erst, wenn der Googlebot jede alte und jede neue Adresse mindestens einmal besucht hat. Jede Adresse, die dabei ins Leere läuft, verliert ihre Rankings. Jede stark veränderte Seite muss neu eingeordnet werden. Die typischen Ursachen für Verluste:
- Fehlende oder falsche Weiterleitungen: Alte URLs liefern 404, zeigen auf Ziele, die es nicht gibt, oder alle auf die Startseite. Falsche Ziele nennt Google ausdrücklich als häufigen Fehler.
- Gesperrte Indexierung: Die robots.txt oder das noindex der Testumgebung geht mit live.
- Verlorene Inhalte: Kategorietexte, FAQ-Blöcke oder Titles fehlen im neuen Template.
- Schwächere interne Verlinkung: Wichtige Seiten fallen aus der Navigation.
- Technische Brüche: Canonicals zeigen auf die Testdomain, strukturierte Daten fehlen, Seiten laden langsamer oder der Server trägt das stärkere Crawling nach dem Umzug nicht.
- Zu viel auf einmal: Domain, System, Design und Struktur wechseln gleichzeitig.
Zum letzten Punkt schreibt Google in der Hilfe zur Adressänderung: Wer einen Umzug mit neuer URL-Struktur und überarbeiteten Inhalten verbindet, verliert wahrscheinlich etwas Traffic, weil Google die einzelnen Seiten neu lernen und bewerten muss. Dauerhafte Verluste entstehen durch die Fehler oben.
Welche Art von Relaunch planst du?
Wie riskant ein Relaunch ist, hängt davon ab, was sich ändert.
| Art | Was sich ändert | Weiterleitungen | Adressänderung in der Search Console |
|---|---|---|---|
| Nur Design oder Hosting | Aussehen, Templates oder Server, alle URLs bleiben | Nur für URLs, die wegfallen | Nein |
| Systemwechsel | Shopsystem oder CMS, fast immer auch die URL-Muster | Für jede geänderte URL | Nein, solange die Domain bleibt |
| Neue URL-Struktur | Pfade, Kategorien, Dateiendungen auf derselben Domain | Für jede geänderte URL | Nein |
| Domainwechsel | Domain oder Subdomain | Für jede URL, Startseite eingeschlossen | Ja, für alle Varianten der alten Domain |
| Protokoll oder www | http zu https, mit oder ohne www | Ja, meist als Sammelregel | Nein |
Auch ein reines Redesign verändert Überschriften, Texte, interne Links und strukturierte Daten. Für einen Hosting-Wechsel ohne neue URLs hat Google eine eigene Anleitung, etwa mit Testumgebung und vorab gesenkter DNS-TTL. Ein Systemwechsel bringt dagegen fast immer neue Adressen: Shopify legt Produkte fest unter /products/ und Kategorien unter /collections/ ab, PrestaShop setzt die Produkt-ID vor den Namen.
Große Änderungen trennen: das Beispiel RYMHART
Google rät, nur eine Sache auf einmal zu ändern. Wer Domain, CMS und Layout wechseln will, soll erst die Domain umziehen und danach das Layout ändern.
Bei RYMHART, einer Strickerei aus Stade, bin ich so vorgegangen. Der Shop lief bis 2023 auf PrestaShop unter rymhart-troyer.de. 2024 zog er auf Shopify und die neue Domain rymhart.de, das Design habe ich 1:1 übernommen. Produkte, Varianten, Kategorien, Inhalte und Kundenkonten kamen mit, jede alte Adresse bekam eine Weiterleitung. Erst 2026 kam auf dieser stabilen Basis ein neues Theme. Streng genommen steckten im ersten Schritt schon zwei Änderungen, System und Domain. Das Design blieb bewusst gleich, um das Risiko für Rankings und Kunden zu senken. Die Zeitleiste steht in der Referenz RYMHART.
Relaunch in zwei Schritten
Vorteile
- Jedes Problem lässt sich einer Änderung zuordnen.
- Unter den neuen Adressen stehen zunächst die gewohnten Inhalte.
- Das neue Design startet auf einer Basis, deren Weiterleitungen schon laufen.
Nachteile
- Das Projekt dauert länger.
- Das alte Design muss im neuen System nachgebaut werden.
- Zwei Livegänge bedeuten doppelten Testaufwand.
Bestandsaufnahme: Welche URLs du sichern musst
Das Mapping ist nur so gut wie die Liste der alten Adressen. Jede Quelle hat Lücken: In der Sitemap fehlen oft alte Adressen, die nur noch Backlinks haben. Die Search Console zeigt nur Seiten mit Impressionen, ein Crawler nur intern verlinkte Seiten. Führe deshalb mehrere Quellen zusammen.
Die Quellen für deine URL-Liste
- XML-Sitemap: Dort stehen laut Google meist die wichtigsten URLs. Nimm alle Teil-Sitemaps, auch die für Bilder.
- Search Console: Seiten mit Klicks und Impressionen der letzten 16 Monate. Der Export aus der Oberfläche endet bei 1.000 Zeilen, die API liefert bis zu 25.000 Zeilen pro Abfrage.
- Crawl der alten Seite: etwa mit Screaming Frog. Er erfasst Statuscode, Title, Beschreibung, Überschriften und Canonical. Speichere ihn als Vergleichsbasis.
- Backlinks: der Bericht „Links“ in der Search Console und ein Backlink-Tool. Google rät, diese Liste für den Umzug zu sichern.
- Webanalyse: Einstiegsseiten aus Suche, Newslettern und Kampagnen über eine volle Saison.
- Server-Logs: jede tatsächlich aufgerufene URL, auch vom Googlebot.
- Shop- oder CMS-Export: Produkte, Kategorien, Hersteller, Inhaltsseiten und Blog, bei Produkten mit Artikelnummer.
- Bilder, PDFs und Videos: Google zählt eingebettete Inhalte ausdrücklich zum Umzug.
Bei seorado.de habe ich vor dem Umzug alle 91 Adressen der alten Sitemap gegen die neue Version geprüft: 81 liefern die Seite unter derselben Adresse, 9 Reste des Seitenbaukastens antworten mit 410, eine leitet weiter. Dazu kommen 180 alte Bildadressen, die per 301 auf die neuen WebP-Dateien zeigen.
Was du pro Seite sicherst
Sichere für jede wichtige Seite Title, Meta-Beschreibung, H1, Haupttext, Kategorie- und FAQ-Texte, strukturierte Daten, Canonical, hreflang, interne Links und Bilder mit Alt-Texten. Nur so siehst du nach dem Livegang, was sich verändert hat. Nutze die Bestandsaufnahme auch zum Aufräumen: Starke Seiten ziehen um, schwache überarbeitest oder bündelst du, nutzlose entfernst du. Bei seorado.de habe ich schwache und fehlerhafte Beiträge vor dem Umzug entfernt, statt sie mitzunehmen.
Weiterleitungs-Mapping: Jede alte Adresse bekommt ein Ziel
Das Mapping ist eine Tabelle mit alter URL, neuem Ziel, Statuscode und Grund. Google empfiehlt serverseitige, dauerhafte Weiterleitungen mit 301 oder 308 und schreibt, dass sie keinen PageRank kosten. Ein Beispiel für einen Shop, die Adressen sind erfunden:
| Alte URL | Neues Ziel | Status | Grund |
|---|---|---|---|
| /pullover/12-troyer-marine.html | /products/troyer-marine | 301 | Gleiches Produkt |
| /pullover/ | /collections/pullover | 301 | Gleiche Kategorie |
| /pflege-von-wolle.html | /pages/pflegehinweise | 301 | Zwei Ratgeber zusammengeführt |
| /pullover/48-troyer-sommer.html | /collections/pullover | 301 | Produkt entfällt, hat aber Links |
| /module/baukasten/vorschau | kein Ziel | 410 | Technischer Rest ohne Inhalt |
1:1 statt Startseite
Produkt zeigt auf Produkt, Kategorie auf Kategorie, Ratgeber auf Ratgeber. Leitest du viele alte URLs auf eine unpassende Seite wie die Startseite, verwirrt das laut Google die Nutzer und kann als Soft 404 gelten. Leite außerdem direkt aufs Endziel und passe Regeln aus früheren Umzügen an. Googlebot folgt zwar bis zu zehn Sprüngen, Google rät aber zu höchstens drei, weil jede Stufe Ladezeit kostet.
Gibt es kein 1:1-Ziel, entscheidest du so:
- Inhalte zusammengeführt: Mehrere alte Seiten dürfen auf die neue Sammelseite zeigen, das erlaubt Google ausdrücklich.
- Produkt entfällt mit Nachfolger: Weiterleitung auf den Nachfolger.
- Produkt entfällt ohne Nachfolger: Weiterleitung auf die engste passende Kategorie, wenn die URL Klicks oder Links hat.
- Kein passendes Ziel: 404 oder 410.
Wann 410 richtig ist
410 bedeutet nach HTTP-Standard „dauerhaft entfernt“. Google behandelt alle 4xx-Codes außer 429 gleich, für Google ist 410 also nicht besser als 404. Der Vorteil liegt bei dir: Bewusst entfernte Seiten heben sich in Logs und Crawls von versehentlichen 404-Fehlern ab, echte Lücken im Mapping fallen schneller auf. Setze 410 für technische Reste, Testseiten und entfernte Beiträge ohne Klicks und Links, so wie bei den neun Baukasten-Resten von seorado.de.
Parameter, Groß- und Kleinschreibung, Schrägstriche
- Groß- und Kleinschreibung: Google behandelt /APPLE und /apple als verschiedene URLs. Lieferte das alte System gemischte Schreibweisen, brauchst du Regeln, die das ignorieren: in nginx per regulärem Ausdruck mit ~*, in Apache mit dem Flag NC.
- Schrägstrich am Ende: /seite und /seite/ sind für Google ebenfalls zwei URLs. Fange beide Varianten ab.
- Parameter: In nginx enthält $uri nur den Pfad, $request_uri die Adresse mit Parametern. Regeln auf $uri greifen auch bei Aufrufen mit utm-Parametern. $request_uri brauchst du nur, wenn der Parameter die Seite bestimmt. In Apache prüfst du Parameter mit RewriteCond und %{QUERY_STRING}.
- Umlaute: Aus ü wird %C3%BC. nginx dekodiert $uri, $request_uri bleibt kodiert. Teste solche Adressen einzeln.
- Shopify: Weiterleitungen greifen nur für Adressen, die im Shop sonst eine 404 liefern. Bei Adressen mit Parametern funktionieren sie laut Shopify womöglich nicht wie erwartet.
So sieht das in nginx aus, mit Beispieladressen. Die zweite map fängt alte Gambio-Adressen ab, bei denen die Artikel-ID im Parameter steht:
# im http-Block
map $uri $ziel_pfad {
default "";
/pullover/12-troyer-marine.html /strick/troyer-marine/;
/pullover/ /strick/pullover/;
}
map $request_uri $ziel_parameter {
default "";
~^/product_info\.php\?info=p3_ /schmuck/opal-ring-gelbgold/;
}
# im server-Block
if ($ziel_pfad) { return 301 $ziel_pfad; }
if ($ziel_parameter) { return 301 $ziel_parameter; }
In Apache übernimmt die .htaccess das. Das Flag QSD verwirft den alten Parameter, damit er nicht am Ziel hängt:
RewriteEngine On
RewriteRule ^pullover/12-troyer-marine\.html$ /strick/troyer-marine/ [R=301,L,NC]
RewriteCond %{QUERY_STRING} ^info=p3_ [NC]
RewriteRule ^product_info\.php$ /schmuck/opal-ring-gelbgold/ [R=301,L,QSD]
Bei Shopify lädst du eine CSV mit den Spalten „Redirect from“ und „Redirect to“ hoch. Wie du Weiterleitungen Schritt für Schritt einrichtest, erklärt die Anleitung zu 301-Weiterleitungen.
Tipp
Für lange URL-Listen habe ich den Shop-Umzugs-Planer gebaut. Er ordnet alte und neue URLs automatisch über Pfad, Titelwörter und Artikelnummern zu und legt dir unsichere Treffer zur manuellen Prüfung vor. Er exportiert Regeln für nginx und Apache, eine Shopify-CSV oder eine allgemeine CSV und erzeugt ein Prüfskript für den Livegang. Alles läuft im Browser.

Staging: Testen, bevor Google etwas sieht
Baue die neue Seite auf einer Testumgebung, die Suchmaschinen und Fremde nicht sehen. Schütze sie mit einem Passwort per HTTP-Authentifizierung oder beschränke den Zugriff auf deine IP-Adressen, wie Google es für Tests vorschlägt.
Wichtig
Eine robots.txt ist laut Google kein Mittel, um Seiten aus dem Index zu halten: Verlinkt jemand die Testdomain, kann die URL trotzdem in den Suchergebnissen erscheinen. Ein noindex wirkt nur, wenn Google die Seite crawlen darf. Ein Passwort löst beides, denn Google bekommt nur eine 401-Antwort. Und weil der Schutz in der Serverkonfiguration steckt, geht er nicht so leicht aus Versehen mit live.
Prüfe auf der Testumgebung vor dem Livegang:
- Weiterleitungen: die komplette Mapping-Liste. Jede alte URL führt mit einem Sprung auf ein Ziel mit Status 200.
- Inhalte: Titles, Beschreibungen, H1 und Textumfang im Vergleich zum Crawl der alten Seite.
- Canonicals: laut Google auf die Seite selbst, also auf die spätere Live-Adresse, nie auf die Testdomain oder die alte URL.
- hreflang: Alle Angaben zeigen auf neue URLs, jede Sprachversion nennt sich selbst und alle anderen. Fehlt der Rückverweis, ignoriert Google die Angaben.
- Strukturierte Daten: mit dem Test für Rich-Suchergebnisse prüfen.
- Interne Links: Keiner zeigt auf eine alte URL.
- Ladezeit: die wichtigsten Templates mit Lighthouse oder PageSpeed Insights messen. Worauf es ankommt, erklärt der Beitrag zu den Core Web Vitals. Seit 2024 misst INP statt FID die Reaktionszeit.
- Mobil: Google indexiert die mobile Version, dort müssen Inhalte, Links und Markup vollständig sein.
- Tracking: Webanalyse und Conversion-Messung laufen, sonst fehlen dir die Vergleichszahlen.
Bei seorado.de zeigt die Messung vor dem Livegang: Lighthouse mobil stieg von 80 auf 100 Punkte, das Seitengewicht sank von 2.266 KB auf 82 KB. Das sind Labordaten. Wie sich die Rankings nach dem Livegang entwickeln, ist beim Schreiben dieses Beitrags noch offen. Details stehen in der Referenz seorado.de.
Der Tag des Livegangs: die Checkliste
Wähle einen Zeitpunkt mit wenig Traffic. Laut Google treffen Fehler dann weniger Nutzer, und der Server hat mehr Kapazität für das Crawling. Für Shops heißt das: nicht im Weihnachtsgeschäft und nicht während einer Aktion.
- Passwortschutz entfernt, die Live-Seite ist ohne Anmeldung erreichbar.
- robots.txt ohne Sperre für die Seite, für CSS, JavaScript oder Bilder. Google speichert sie meist bis zu 24 Stunden zwischen, ein Fehler wirkt also nach. Was hineingehört, steht im Beitrag zur robots.txt.
- noindex auf allen Templates entfernt, im HTML und im HTTP-Header X-Robots-Tag.
- Weiterleitungen aktiv und per Prüfskript gegen die komplette Liste getestet.
- http und https, mit und ohne www führen auf eine Version.
- Canonicals zeigen auf die Live-Adressen.
- Neue XML-Sitemap online, in der robots.txt eingetragen und in der Search Console eingereicht.
- Alte und neue Property in der Search Console verifiziert. Eine Verifizierungsdatei muss auch auf der neuen Seite liegen.
- Adressänderung eingereicht, aber nur bei einem Domain- oder Subdomainwechsel.
- Bing Webmaster Tools: Seite hinzugefügt, Sitemap eingereicht. Der Import aus der Search Console spart die Verifizierung.
- IndexNow: neue, weitergeleitete und entfernte URLs gemeldet.
- Die wichtigsten alten URLs von Hand und mit der URL-Prüfung getestet, wie im Beitrag URL in der Google Search Console eintragen beschrieben.
- Links außerhalb der Seite angepasst: Unternehmensprofil, Social Media, Newsletter, Werbekampagnen und Produktfeeds.
Adressänderung in der Search Console: nur beim Domainwechsel
Mit der Adressänderung teilst du Google einen Umzug auf eine andere Domain oder Subdomain mit. Google überträgt dann die Signale der alten auf die neue Seite. Nicht nötig ist sie beim Wechsel auf https, zwischen www und ohne www, bei neuen Pfaden auf derselben Domain und bei einem Hosting-Wechsel.
Die Voraussetzungen: Du bist Inhaber beider Properties im selben Google-Konto, die alte Startseite und die wichtigen Seiten leiten per 301 weiter. Reiche die Änderung für alle Varianten der alten Domain ein, auch für ungenutzte wie www. Die Search Console zeigt den Umzug 180 Tage lang an. Danach erkennt Google laut Hilfe keine Beziehung mehr zwischen alter und neuer Seite. Die alte Domain solltest du laut Google mindestens ein Jahr behalten, damit sie niemand kauft und missbraucht.
Gut zu wissen
IndexNow ist ein offenes Protokoll, über das du Suchmaschinen geänderte URLs meldest. Laut indexnow.org nehmen unter anderem Bing, Yandex, Seznam, Naver und Yep teil, eine Meldung geht an alle. Google steht nicht auf der Liste. Melden sollst du auch weitergeleitete URLs und solche mit 404 oder 410. Eine Garantie für schnelle Indexierung ist die Meldung nicht.
Die ersten 30 Tage nach dem Livegang
Laut Google dauert es bei kleinen und mittleren Seiten einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind, bei großen länger. Schwankungen in dieser Zeit sind normal. Deine Aufgabe ist, echte Fehler früh von Schwankungen zu unterscheiden.
Woche eins: täglich prüfen
Lass das Prüfskript mit der kompletten Liste gegen die Live-Seite laufen, nach jeder Regeländerung erneut. Einzelne URLs prüfst du im Terminal. Eine korrekte Regel liefert 301 und das neue Ziel:
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code} %{redirect_url}\n" https://alte-domain.de/pullover/12-troyer-marine.html
- Server-Logs: Filtere Googlebot-Zugriffe nach 404, 5xx und Weiterleitungsschleifen. Google crawlt nach einem Umzug stärker als sonst.
- Crawling-Statistiken der Search Console: Viele 301 sind jetzt richtig. Steigende 404 oder Serverfehler sind es nicht.
- Bestellungen und Formulare: Teste Warenkorb, Zahlungsarten, Kundenkonto und Kontaktformular. Fehler dort kosten sofort Umsatz.
Bis Tag 30: Indexierung und Rankings
- Sitemaps: Google beschreibt, die Sitemap mit den alten und die mit den neuen URLs einzureichen. Indexierte Seiten der alten sinken, die der neuen steigen. Warnungen zu Weiterleitungen in der alten Sitemap sind dabei normal.
- Seitenindexierung: Untersuche Anstiege bei „Nicht gefunden (404)“, „Soft 404“, „Weiterleitungsfehler“, „Durch robots.txt-Datei blockiert“ und „Durch noindex-Tag ausgeschlossen“. „Seite mit Weiterleitung“ ist für alte URLs dagegen richtig.
- Crawls: Prüfe die alte URL-Liste im Listenmodus, jede URL muss mit einem Sprung auf 200 führen. Crawle auch die neue Seite und suche interne Links auf alte URLs, fehlende Titles und falsche Canonicals.
- Leistung pro Seite: Vergleiche Klicks der wichtigsten alten URLs mit ihren neuen Zielen, nicht nur die Summe. So findest du einzelne Verlierer.
- Rankings: Achte auf den Verlauf über Wochen, nicht auf einzelne Tage.
Wenn die Zahlen fallen: Fehlersuche in dieser Reihenfolge
- Manuelle Maßnahmen und Sicherheitsprobleme in der Search Console prüfen. Bei einer gebrauchten Domain rät Google, das schon vor dem Umzug zu tun.
- Indexierungssperren suchen: robots.txt, noindex, X-Robots-Tag, Canonicals.
- Weiterleitungen der betroffenen URLs prüfen: Ziel, Statuscode, Ketten.
- Inhalte mit dem alten Crawl vergleichen: Text, Title, Überschriften, interne Links.
- Technik prüfen: Serverfehler, Ladezeit, Inhalte ohne JavaScript.
- Erst dann klären, ob im selben Zeitraum ein Google-Update lief.
Weiterleitungen dauerhaft behalten
Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. So überträgt Google alle Signale, auch die von fremden Links auf deine alten URLs. Aus Nutzersicht rät Google sogar zu dauerhaften Weiterleitungen. Bitte parallel Seiten mit wichtigen Backlinks, auf die neuen Adressen zu verlinken, zuerst die mit den meisten Besuchern.
Shop-Umzug: Was bei Online-Shops dazukommt
Die Grundlagen stehen im Überblick zu SEO für Online-Shops. Beim Umzug kommen diese Punkte dazu.
Produkt- und Kategorie-URLs
Alle Produkt- und Kategorieseiten gehören ins Mapping, auch solche mit wenigen Klicks, denn sie stehen in Feeds, Preisvergleichen und Lesezeichen. Prüfe früh, ob das Kategorie-Template im neuen System ein Textfeld hat. Hersteller- und Markenseiten mit Suchbesuchern brauchen ebenfalls ein Ziel.
Artikelnummern und IDs in alten URLs
PrestaShop setzt die Produkt-ID vor den Namen, etwa /kategorie/7-produktname.html. Laut Dokumentation lässt sich die ID in der Standardeinstellung nicht entfernen. Gambio erzeugt ohne aktivierten SEO Boost Adressen wie product_info.php?info=p3_produktname.html, die Zahl nach dem p ist die Artikel-ID. Das hilft beim Mapping: Exportiere aus dem alten Shop ID, Artikelnummer und URL, aus dem neuen Artikelnummer und URL, und verbinde beide Listen über die Artikelnummer. So findest du jedes Produkt eindeutig wieder, auch wenn sich der Name geändert hat.
Varianten und Filter
Hat das alte System eigene Adressen für Größen oder Farben erzeugt, etwa mit einer Varianten-ID im Pfad oder Parameter, leite sie auf das Produkt mit dieser Variante. Teile hinter einer Raute (#) erreichen den Server nicht und brauchen keine Regel.
Filterseiten erzeugen schnell Tausende URLs, die laut Google zu übermäßigem Crawling führen. Bilde nur Filterseiten 1:1 ab, die echte Landingpages sind, etwa „Ringe in Gelbgold“, am besten als eigene Kategorie. Übrige alte Filter-URLs fängst du per Musterregel auf die Kategorie ab. Filter des neuen Shops, die nicht in den Index sollen, schließt du vom Crawling aus, wie es Googles Anleitung zur Facettennavigation beschreibt. Die Sperre darf aber nicht die alten, weitergeleiteten Adressen treffen, sonst sieht Google die Weiterleitung nie.
Bilder
Produktbilder bringen Besucher aus der Bildersuche und haben teils eigene Backlinks. Google empfiehlt, Bilder und Downloads wie alle anderen Inhalte umzuziehen. Bei seorado.de leiten 180 alte Bildadressen per 301 auf die neuen WebP-Dateien. Behalte beschreibende Dateinamen und Alt-Texte bei.
Kundenkonten, Bewertungen und Feeds
Ob Passwörter mitkommen, hängt vom Zielsystem ab. Bei Shopify lassen sie sich laut Hilfe nicht per CSV übertragen, Kunden setzen nach deiner Einladung ein neues Passwort. Übernimm Newsletter-Einwilligungen nur von Kunden, die wirklich zugestimmt haben, und leite alte Login-Seiten auf die neue Anmeldung.
Bewertungen liegen je nach System in der Shop-Datenbank oder in einer App. Übertrage sie über die Artikelnummer und prüfe, ob Sterne auf den Produktseiten und im Markup erscheinen. Bei einem Domainwechsel müssen im Merchant Center die Produktlinks zur hinterlegten Domain passen, sonst meldet es einen Fehler. Bestätige dort die neue Domain und aktualisiere den Feed. Trage die neue Domain auch bei Bewertungsdiensten, Zahlungsanbietern und Preisvergleichen ein.
Das Beispiel Opal-Schmiede
Den Schmuckshop Opal-Schmiede habe ich 2020 auf Gambio aufgebaut und später auf Shopware umgezogen, mit Weiterleitungen aller alten Adressen. Heute läuft er stabil: laut Search Console 179.400 Klicks und 11,9 Millionen Impressionen in rund 16 Monaten, auch durch die Google-Updates hindurch. Mehr steht in der Referenz Opal-Schmiede. Eine erste Einschätzung deines Shops vor dem Umzug gibt dir der Shop-Check.
Häufige Fehler beim Relaunch
- Alles auf die Startseite: Google kann das als Soft 404 werten.
- 302 statt 301: Eine temporäre Weiterleitung ist für Google nur ein schwaches Signal, das Ziel zu übernehmen. Prüfe den Statuscode jeder Regel.
- Sperren der Testumgebung gehen live: Vergessene noindex- und robots.txt-Sperren stehen in Googles Liste typischer Umzugsfehler ganz oben.
- Weiterleitungsketten: Alte Regeln zeigen auf Adressen, die jetzt selbst weiterleiten.
- Verlorene Texte: Das Kategorie-Template hat kein Textfeld, Titles fallen auf Standardwerte zurück.
- Lücken im Mapping: Schreibweisen, Schrägstriche, Parameter, Bilder und PDFs fehlen.
- Weiterleitungen zu früh gelöscht: Nach einem Serverwechsel oder der Kündigung der alten Domain laufen Backlinks ins Leere.
- Alles auf einmal: Bricht etwas ein, kennst du die Ursache nicht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch stabilisieren?
Google nennt für kleine und mittlere Seiten einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind, für große länger. Das Tempo hängt von der Zahl der URLs und der Geschwindigkeit deines Servers ab. Sinken einzelne Seiten dauerhaft, suche nach konkreten Fehlern bei Weiterleitung, Inhalt oder Indexierung.
301 oder 308, welche Weiterleitung ist besser?
Google behandelt 308 genauso wie 301, beide sind dauerhaft. 308 behält zusätzlich die Anfragemethode bei, etwa bei Formularen. Wichtig ist nur, dass es keine 302 oder 307 ist.
Brauche ich das Tool zur Adressänderung?
Nur, wenn du die Domain oder Subdomain wechselst, etwa von alter-shop.de auf neuer-shop.de. Für https, www, neue Pfade oder einen Hosting-Wechsel brauchst du es nicht.
Wie lange muss ich Weiterleitungen behalten?
Google empfiehlt so lange wie möglich, in der Regel mindestens ein Jahr, aus Sicht der Nutzer sogar dauerhaft. Nach einer Adressänderung verlangt die Search-Console-Hilfe mindestens 180 Tage, länger, solange noch Besucher aus der Google-Suche darüber kommen.
Soll ich gelöschte Seiten auf die Startseite weiterleiten?
Nein. Gibt es eine passende neue Seite, etwa einen Nachfolger oder die Kategorie, leite dorthin weiter. Gibt es keine, liefere 404 oder 410. Viele Weiterleitungen auf die Startseite kann Google als Soft 404 behandeln.
Verliere ich durch Weiterleitungen Linkkraft?
Laut Google verursachen 301 und andere dauerhafte Weiterleitungen keinen Verlust an PageRank. Verluste entstehen, wenn Weiterleitungen fehlen, auf unpassende Ziele zeigen oder zu früh entfernt werden.
Quellen
- Google Search Central: Website mit URL-Änderungen umziehen
- Google Search Central: Weiterleitungen und die Google Suche
- Search-Console-Hilfe: Tool zur Adressänderung
- Google Search Central: Website ohne URL-Änderungen umziehen
- Google Search Central: HTTP-Statuscodes, Netzwerk- und DNS-Fehler
- Google Search Central: Einführung in robots.txt
- Google Search Central: So interpretiert Google die robots.txt
- Google Search Central: Indexierung mit noindex blockieren
- Google Search Central: URL-Struktur
- Google Search Central Blog: To slash or not to slash
- Google Search Central: Crawling von Facettennavigation verwalten
- Google Search Central: Lokalisierte Versionen und hreflang
- Search-Console-Hilfe: Bericht zur Seitenindexierung
- Search-Console-Hilfe: Crawling-Statistiken
- Search-Console-Hilfe: Daten aus Berichten exportieren
- Search Console API: Search Analytics query
- IndexNow: FAQ
- Bing Webmaster Blog: Seiten aus der Search Console importieren
- Shopify-Hilfe: URL-Weiterleitungen
- Shopify-Hilfe: Kundenlisten importieren und exportieren
- Merchant-Center-Hilfe: Nicht übereinstimmende Domains
- PrestaShop 8 Dokumentation: SEO und URLs
- Orange Raven: Einstellungen für Gambio SEO Boost
- nginx-Dokumentation: ngx_http_core_module
- Apache-Dokumentation: mod_rewrite
- RFC 9110: HTTP Semantics, 410 Gone
- web.dev: Interaction to Next Paint (INP)
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