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Google hat meine Affiliate-Seiten abgestraft, Bing nicht
ArtikelGEO & KI-Suche14.09.2026/img/refs/data/pastaweb-matomo-sep.webp
Alles auf einen Blick
- pastaweb.de hat in 16 Monaten 562.477 Klicks aus der Google-Suche bekommen. Ende August 2026 fiel Google auf unter 50 Klicks am Tag. Die Seite hat trotzdem weiter rund 1.000 Besuche am Tag.
- Der Anteil des Bing-Umfelds an den Suchbesuchen stieg von 44 über 55 auf 83 Prozent. Der Grund ist nicht Wachstum im Bing-Umfeld, sondern der Wegfall von Google.
- Belegt ist die Herkunft der Ergebnisse bei DuckDuckGo, Yahoo und Ecosia durch die Anbieter selbst. Bei der Suche in ChatGPT ist sie es nicht: OpenAI schreibt nur von Drittanbietern, ohne einen Namen zu nennen.
- Ecosia liefert in Deutschland seit dem 30.07.2026 Ergebnisse aus dem eigenen europäischen Index. Das Bing-Umfeld ist also keine feste Größe, sondern eine Momentaufnahme.
- Die Einbrüche liegen zeitlich in der Nähe von Google-Updates. Zeitliche Nähe ist keine Ursache, und ich behandle sie hier auch nicht als eine.
- Meine eigene Lehre aus beiden Fällen: Die Seiten wuchsen zu schnell, waren technisch nicht sauber genug und hatten keine Marke. Ohne Marke ist Sichtbarkeit geliehen.
Inhaltsverzeichnis9 Abschnitte
- Was passiert ist, chronologisch
- Die Methodik, offen gelegt
- Warum ich Bing, DuckDuckGo, Ecosia, Yahoo und ChatGPT zusammen betrachte
- Was das für Shop-Betreiber heißt
- Diversifizierung ist Risikostreuung, kein Wachstumsversprechen
- Was ich daraus gelernt habe
- So misst du deine eigene Verteilung
- Häufige Fragen
- Quellen
Ich berate Shops zu SEO, GEO und KI-Automatisierung, und ich betreibe daneben ein paar eigene Seiten. Zwei davon hat Google im Lauf des Jahres 2026 praktisch aus den Ergebnissen genommen. Die Search Console sah danach aus wie ein Totalschaden. Die eigene Statistik auf dem Server sah völlig anders aus: Der Verkehr war nicht weg, er kam nur woanders her.
Dieser Beitrag ist das einzige Stück auf dieser Website, das ausschließlich auf eigenen Daten beruht. Kein fremder Branchenreport, keine Hochrechnung, keine Aussage darüber, wie es anderen Websites geht. Ich zeige die Zahlen, die Werkzeuge, die Zeiträume, die Belege für die Einordnung und die Stellen, an denen meine Daten nichts hergeben.
Was passiert ist, chronologisch
pastaweb.de: aus der Google-Suche verschwunden, trotzdem rund 1.000 Besuche am Tag
pastaweb.de ist eine Rezeptseite, die ich selbst betreibe. Die Google Search Console zeigt für die letzten 16 Monate bis zum 13.09.2026 ein Bild, das ohne Kontext nach einer Erfolgsgeschichte aussieht, bis man auf die Kurve schaut.
| Kennzahl, Search Console, 16 Monate bis 13.09.2026 | pastaweb.de | eat-vegan.de |
|---|---|---|
| Klicks | 562.477 | 8.738 |
| Impressionen | 20,3 Millionen | 787.116 |
| Klickrate | 2,8 Prozent | 1,1 Prozent |
| Durchschnittliche Position | 8,4 | 12,2 |
Der Verlauf bei pastaweb.de hat drei Phasen. Im Dezember 2025 lag der Höchststand bei etwa 3.500 Klicks am Tag. Ab dem Frühjahr 2026 ging es langsam bergab, über Wochen, ohne Knick. Ende August 2026 kam der harte Bruch: innerhalb weniger Tage auf unter 50 Klicks am Tag. Dort steht es bis heute.
Auf dem Server läuft Matomo, selbst gehostet. Matomo zählt jeden Besuch und ordnet ihn nach Referrer zu, also auch die Suchmaschinen, die in der Search Console gar nicht vorkommen. Dieselben Monate sehen dort so aus:
| Monat 2026 | Suchbesuche über Google | Suchbesuche aus dem Bing-Umfeld | Anteil Bing-Umfeld |
|---|---|---|---|
| Juli | 26.994 | rund 21.500 | 44 Prozent |
| August | 19.043 | rund 23.700 | 55 Prozent |
| September bis zum 14. | 2.181 | rund 10.700 | 83 Prozent |
Wichtig ist, was diese Tabelle nicht sagt. Der Anteil des Bing-Umfelds steigt nicht, weil dort etwas gewachsen wäre, sondern weil der Nenner kleiner wird. Genau das ist der Punkt: Der Teil des Verkehrs, den ich nie gemessen hatte, war der stabile Teil.
Unter dem Strich bleiben rund 1.000 Besuche am Tag, bei 1,15 Aktionen je Besuch. Das ist kein gutes Ergebnis für eine Seite, die einmal deutlich größer war. Es ist aber auch nicht die Null, die die Search Console anzeigt. Wie ich diese Seite aufgebaut habe und was davon übrig ist, steht in der Referenz zu pastaweb.de.
eat-vegan.de: Google auf etwa fünf Prozent
eat-vegan.de ist ein deutlich kleineres Affiliate-Projekt. Von Februar bis Juni 2026 lief die Seite bei etwa 100 Klicks am Tag aus der Google-Suche. Nach dem Juni-Update fiel sie unter 10 Klicks am Tag und hat sich nicht erholt. Die Gesamtzahlen der Search Console stehen in der Tabelle oben.
Gemessen wird hier mit PostHog, nicht mit Matomo. Die Referrer der letzten Monate stehen in dieser Reihenfolge: Ecosia mit deutlichem Abstand vorn, dann Bing, dann Direktzugriffe, dann DuckDuckGo. Google liegt bei etwa 5 Prozent. Die Seite hat damit weiter 80 bis 100 Besucher am Tag. Dass ausgerechnet Ecosia bei einem veganen Thema vorn liegt, ist eine Beobachtung aus einem einzigen Projekt, kein Beleg für eine Regel. Mehr zur Seite steht in der Referenz zu eat-vegan.de.
kaffeepioniere.de: das kleinste Projekt, dasselbe Muster
Bei kaffeepioniere.de ist das Volumen so klein, dass ich keine Zahl daraus ableite. Was sich sagen lässt: Google taucht in den Referrern praktisch nicht mehr auf, und das Bing-Umfeld trägt die Seite, auf niedrigem Niveau. Ich führe das hier als dritte Beobachtung, nicht als Beleg.


Die Methodik, offen gelegt
Wer eigene Zahlen veröffentlicht, muss sagen, wie sie entstanden sind. Sonst sind es Behauptungen mit Nachkommastellen.
Welche Werkzeuge, welche Zeiträume
- Google Search Console, Eigenschaft je Domain, Suchtyp Web, Zeitraum 16 Monate bis zum 13.09.2026. Sie zeigt ausschließlich Google. Klicks aus den KI-Funktionen von Google stecken laut Google in diesem Suchtyp mit drin und lassen sich dort nicht abtrennen.
- Matomo, selbst gehostet auf demselben Server wie pastaweb.de, Bericht zu den Verweisen, Monatsraster für Juli und August 2026 sowie für September bis zum 14.
- PostHog für eat-vegan.de und kaffeepioniere.de, Referrer-Bericht. PostHog läuft dort erst seit Ende Juli 2026. Einen Vorher-Nachher-Vergleich über das Juni-Update hinweg gibt es deshalb nicht.
Wie gezählt wurde
Die Search Console zählt Klicks aus Suchergebnissen. Matomo und PostHog zählen Besuche auf der Website und ordnen sie über den Referrer einer Quelle zu. Das sind zwei verschiedene Metriken. Ich habe sie deshalb nicht addiert, sondern nebeneinander gestellt. Als Bing-Umfeld habe ich alle Suchbesuche zusammengefasst, die nicht über Google kamen und einem Dienst zuzuordnen sind, der ganz oder teilweise auf den Bing-Index zugreift. Direktzugriffe, Verweise und Newsletter zählen nicht mit, weil sie keine Suchbesuche sind.
Wichtig
Was diese Zahlen nicht hergeben: Sie sagen nichts über andere Websites, nichts über die Branche und nichts über Marktanteile von Suchmaschinen. Sie zeigen drei Projekte von mir. Sie erklären außerdem nicht, warum Google diese Seiten anders bewertet als vorher. Sie zeigen nur, dass es passiert ist und was danach übrig blieb. Wer aus drei eigenen Seiten eine Aussage über den Markt macht, macht genau den Fehler, den ich hier vermeiden will.
Welche Google-Updates im Zeitraum liefen
Google führt im eigenen Status Dashboard eine Liste der Ranking-Updates. Für meinen Beobachtungszeitraum sieht sie so aus, bewusst ohne Einschätzungen aus der Fachpresse.
| Update laut Google | Start | Was bei mir zeitlich in der Nähe liegt |
|---|---|---|
| März 2026 Core Update | 27.03.2026 | Beginn des langsamen Rückgangs bei pastaweb.de |
| Mai 2026 Core Update | 21.05.2026 | weiterer Rückgang bei pastaweb.de |
| Juni 2026 Spam Update | 24.06.2026 | Bruch bei eat-vegan.de |
| August 2026 Spam Update | 18.08.2026 | Bruch bei pastaweb.de |
Und jetzt der Satz, der in solchen Beiträgen fast immer fehlt: Zeitliche Nähe ist keine Ursache. Ich habe keinen Zugriff auf Googles Bewertung meiner Seiten, keine Nachricht in der Search Console, die einen Grund nennt, und keine Möglichkeit für eine Gegenprobe. Beide Seiten sind Affiliate-Projekte auf abgelaufenen Domains, und Google beschreibt in den Spam-Richtlinien vom 28.08.2026 den Missbrauch abgelaufener Domains, dünne Affiliate-Inhalte und in großer Zahl erzeugte Inhalte als Verstoß. Dass meine Seiten in die Nähe dieser Beschreibungen passen, ist meine Einschätzung, kein Beleg für die Ursache.



Warum ich Bing, DuckDuckGo, Ecosia, Yahoo und ChatGPT zusammen betrachte
Das ist der Kern der Auswertung, deshalb hier die Belege statt der üblichen Behauptung. Die Frage ist nicht, wie groß der Marktanteil einer Suchmaschine ist, sondern aus welchem Index sie ihre Ergebnisse bezieht. Wer aus demselben Index bedient wird, fällt auch gemeinsam, wenn dieser Index dich fallen lässt.
| Dienst | Was der Anbieter selbst schreibt | Wie belastbar |
|---|---|---|
| DuckDuckGo | „we have more traditional links and images in our search results too, which we largely source from Bing“, dazu ein eigener Crawler namens DuckDuckBot und eigene Indizes für andere Ergebnisarten | Anbieterdokumentation, eindeutig |
| Yahoo | In der Fußzeile der Ergebnisseite steht „Powered by Bing“ | Live geprüft, eindeutig |
| Ecosia | „Search results and related ads on Ecosia come from our partners Microsoft Bing, Google and EUSP“ | Anbieterdokumentation, aber gemischt und regional unterschiedlich |
| Microsoft Copilot | „Bing and Copilot search experiences rely on the same core crawling, indexing, and ranking foundation as traditional search“ | Anbieterdokumentation, eindeutig |
| Suche in ChatGPT | „ChatGPT search leverages third-party search providers, as well as content provided directly by our partners“ | Kein Anbietername genannt, also nicht belegt |
Bei DuckDuckGo und Yahoo ist die Zuordnung sauber. Bei Ecosia ist sie es nur zum Teil, und bei der Suche in ChatGPT ist sie es gar nicht. OpenAI nennt in der eigenen Ankündigung vom 31.10.2024 Drittanbieter als Quelle, aber keinen Namen. Ich habe keine Primärquelle gefunden, die Bing als Lieferanten der ChatGPT-Suche benennt. Wenn du das irgendwo als Tatsache liest, frag nach der Quelle. Ich führe die ChatGPT-Besuche in meiner Auswertung deshalb als eigenen, kleinen Posten und nicht als sicheren Teil des Bing-Umfelds.
Gut zu wissen
Ecosia und Qwant bauen mit EUSP einen eigenen europäischen Suchindex. Seit dem 30.07.2026 liefert Ecosia damit auch in Deutschland Ergebnisse und kündigt an, bis zum Jahresende die Mehrheit der deutschen Anfragen darüber zu beantworten. Für meine Messung heißt das: Ein Teil der Ecosia-Besuche im August und September stammt womöglich gar nicht mehr aus dem Bing-Index. In Matomo sehe ich nur den Referrer ecosia.org, nicht den Index dahinter. Diese Unschärfe kann ich nicht auflösen, und sie macht den Begriff Bing-Umfeld zu einer Momentaufnahme statt zu einer festen Kategorie.


Was das für Shop-Betreiber heißt
Ich verkaufe keine Rezeptseiten, ich arbeite mit Shops. Der übertragbare Teil ist nicht das Thema, sondern die Struktur des Problems: Du misst einen Kanal, hältst ihn für die Realität und merkst erst beim Einbruch, dass du die anderen nie gezählt hast.
- Abhängigkeit messen statt vermuten. Wenn du nicht in Prozent sagen kannst, wie viele deiner Suchbesuche im letzten Monat von Google kamen, ist das der erste Punkt auf der Liste. Die Search Console ist nicht deine Reichweite, sie ist deine Google-Reichweite.
- Bing Webmaster Tools und IndexNow einrichten. Beides kostet nichts. Über IndexNow meldest du Änderungen direkt an die beteiligten Suchmaschinen, darunter Microsoft Bing, Yandex, Naver, Seznam und Yep. Für einen Shop mit häufig wechselnden Preisen und Verfügbarkeiten ist das der billigste Hebel überhaupt.
- Produktdaten pflegen. Preis, Verfügbarkeit und Varianten müssen maschinenlesbar und deckungsgleich mit der Seite sein. Das wirkt in beide Indizes und in die KI-Oberflächen, die darauf aufsetzen. Die Grundlagen dazu stehen bei SEO für Online-Shops.
- Eigene Kanäle aufbauen. Newsletter, Bestandskunden, wiederkehrende Besucher. Das ist der einzige Teil deiner Reichweite, den dir niemand über Nacht abdrehen kann.
Tipp
Bing selbst schreibt in den eigenen Richtlinien für Webmaster: „A decline in clicks does not always indicate a loss of visibility.“ Empfohlen wird, zusätzlich Impressionen, Indexierungsstatus und die Eignung für Zitate in KI-Antworten zu beobachten. Genau das ist der Grund, warum eine Klickzahl allein kein Alarmsystem ist, weder bei Google noch bei Bing.
Diversifizierung ist Risikostreuung, kein Wachstumsversprechen
Aus einem älteren Beitrag von mir stammt der Gedanke, dass man Traffic streuen soll. Der Gedanke ist richtig, die übliche Verpackung nicht. Verkauft wird Diversifizierung meist als Wachstumsgeschichte: neue Kanäle, mehr Besucher, mehr Umsatz. Meine Daten zeigen etwas Nüchterneres. Die Streuung hat bei pastaweb.de nichts hinzugewonnen. Sie hat verhindert, dass aus einem Einbruch ein Totalausfall wurde.
Dazu gehört eine Ehrlichkeit, die in solchen Texten selten ist: Reichweite auf fremden Plattformen ist genauso geliehen wie Reichweite bei Google. Ein zweiter Kanal ist keine Versicherung, er ist ein zweiter Vermieter. Entscheidend ist allein, ob die Kanäle unabhängig voneinander entscheiden. Die richtige Frage lautet deshalb nicht „auf wie vielen Plattformen bin ich“, sondern „wie viele voneinander unabhängige Quellen tragen meinen Umsatz“.
Ich biete selbst keine Social-Media-Betreuung an und werde dir deshalb auch nicht erzählen, dass ein Pinterest-Konto dein Risiko löst. Was ich aus meinen eigenen Zahlen ableiten kann, ist begrenzter und belastbarer: Ein zweiter Suchindex hat bei mir gehalten, als der erste wegfiel. Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten gilt derselbe Gedanke, dort messe ich das getrennt mit, siehe GEO und KI-Sichtbarkeit.
Was ich daraus gelernt habe
Der unangenehme Teil. Beide getroffenen Seiten haben drei Dinge gemeinsam, und alle drei gehen auf mich zurück.
Sie sind zu schnell gewachsen. Viele Inhalte in kurzer Zeit, weil es funktionierte. Ein Wachstum, das ich bei einem Kundenprojekt gebremst hätte, habe ich bei mir selbst laufen lassen, weil die Kurve nach oben zeigte und niemand widersprochen hat.
Sie waren technisch nicht sauber genug. Nicht kaputt, aber auch nicht so, wie ich es abliefern würde. Dubletten, unsaubere interne Verlinkung, Vorlagen, die ich nie zu Ende gebracht habe. Beim eigenen Projekt fehlt der Kunde, der nachfragt.
Sie hatten keine Marke. Niemand hat nach diesen Seiten mit Namen gesucht. Niemand kam zurück, weil er wusste, dass die Rezepte dort gut sind. Es gab keinen einzigen Grund, diese Seiten zu besuchen, außer dass eine Suchmaschine sie gerade oben zeigte. Mein Satz dazu, und er ist der Kern dieses Beitrags: Ohne Marke ist Sichtbarkeit geliehen.
Was ich beim nächsten Mal anders mache: Messung ab Tag eins, also eigene Statistik und Bing Webmaster Tools parallel zur Search Console, damit ich die Verteilung kenne, bevor sie interessant wird. Langsamer wachsen und die Technik sauber abschließen, bevor der nächste Inhaltsschwung kommt. Und von Anfang an etwas bauen, wegen dem jemand wiederkommt, auch wenn er den Weg nicht über eine Suchmaschine findet. Das ist teurer und langsamer, aber es ist der einzige Teil, der nach einem Update noch da ist.


So misst du deine eigene Verteilung
Das Folgende dauert etwa eine Stunde und beantwortet die Frage, wie abhängig du wirklich bist.
- Eine eigene Statistik einrichten, die Referrer erfasst. Matomo, selbst gehostet, oder PostHog. Beide zählen jeden Besuch, unabhängig davon, welche Suchmaschine ihn geschickt hat. Genau das kann keine Search Console.
- Den Verweis-Bericht auf Monatsraster stellen. Zeitraum mindestens zwölf Monate, Ansicht nach Monat. Du brauchst die Entwicklung, nicht den Gesamtwert. Ein Anteil sagt dir nichts, solange du nicht siehst, ob er durch Wachstum oder durch den Wegfall einer anderen Quelle entstanden ist.
- Die Suchmaschinen gruppieren. Eine Spalte Google, eine Spalte für die Dienste aus dem Bing-Umfeld, eine Spalte für KI-Referrer wie chatgpt.com, perplexity.ai, copilot.microsoft.com und claude.ai, und eine für alles andere. Wenn dein Werkzeug KI-Zugriffe nicht sauber trennt, leg ein eigenes Segment an.
- Die Search Console dagegenhalten. Suchtyp Web, derselbe Zeitraum. Sie ist deine Google-Sicht und gehört daneben, nicht dazwischen. Nicht addieren, es sind unterschiedliche Metriken.
- Bing Webmaster Tools einrichten. Domain bestätigen, Sitemap eintragen, IndexNow aktivieren. Danach siehst du den zweiten Index von innen, inklusive der Auswertung zu Zitaten in KI-Antworten. Die gibt es bei Google in dieser Form nicht.
- Eine einzige Kennzahl mitschreiben. Anteil der Suchbesuche je Quelle, pro Monat, im selben Dokument wie deine Umsatzzahlen. Wenn du dir das nicht selbst aufbauen willst, ist es genau das, was ich im Reporting einrichte.
Der Aufwand lohnt sich auch dann, wenn nichts passiert. Du bekommst eine Zahl, die du vorher nicht hattest, und du merkst eine Verschiebung Monate bevor sie weh tut.
Häufige Fragen
Warum zeigt die Search Console einen Totalausfall, die eigene Statistik aber nicht?
Weil die Search Console ausschließlich Google zeigt. Sie ist kein Besucherzähler, sondern Googles Bericht über Googles Suchergebnisse. Alles, was über Bing, DuckDuckGo, Ecosia, Yahoo, KI-Assistenten oder Direktzugriffe kommt, taucht dort nicht auf. Bei pastaweb.de war genau dieser unsichtbare Teil der stabile.
Heißt das, Bing ist jetzt wichtiger als Google?
Nein, und das lässt sich aus meinen Zahlen auch nicht ableiten. Bei mir ist der Anteil des Bing-Umfelds gestiegen, weil Google weggefallen ist, nicht weil dort etwas gewachsen wäre. Für eine Seite, die bei Google normal läuft, sieht die Verteilung völlig anders aus. Meine Zahlen sagen nur, dass es sich lohnt, den zweiten Index nicht zu ignorieren.
Zählt Ecosia überhaupt noch zum Bing-Umfeld?
Nur noch teilweise. Ecosia nennt selbst Microsoft Bing, Google und den eigenen europäischen Index EUSP als Quellen und sagt, dass die Auswahl von Standort, Gerät und Einwilligung abhängt. In Deutschland läuft EUSP seit dem 30.07.2026. In meiner Statistik sehe ich nur den Referrer, nicht den Index dahinter. Diese Unschärfe gehört zur Auswertung dazu.
Woher kommen die Ergebnisse in der ChatGPT-Suche?
Das konnte ich nicht belegen. OpenAI schreibt von Drittanbietern und Partnerinhalten, nennt aber keinen Anbieternamen. Anders als bei DuckDuckGo, Yahoo und Ecosia gibt es hier also keine Primärquelle, auf die man sich berufen kann. Ich behandle ChatGPT-Besuche deshalb als eigenen Kanal und nicht als sicheren Teil des Bing-Umfelds.
War es wirklich das Update?
Ich weiß es nicht. Die Brüche liegen zeitlich in der Nähe der Updates aus Googles Status Dashboard, und beide Seiten passen nach meiner eigenen Einschätzung in Muster, die Google in den Spam-Richtlinien beschreibt. Beides zusammen ist ein Verdacht, kein Beweis. Es gab keine manuelle Maßnahme in der Search Console und keine Rückmeldung, die einen Grund genannt hätte.
Kann ich mich gegen so etwas absichern?
Gegen ein Update nicht. Gegen den Totalausfall schon, und zwar dadurch, dass mehrere voneinander unabhängige Quellen deinen Umsatz tragen. Der erste Schritt ist immer, die eigene Verteilung überhaupt zu kennen. Wenn du wissen willst, wie dein Shop in diesem Bild steht, fang mit dem kostenlosen Shop-Check an.
Quellen
- Google: Search Status Dashboard, Verlauf der Ranking-Updates
- Google Search Central: Spam policies for Google web search
- DuckDuckGo: Sources of DuckDuckGo Search Results
- Yahoo Search: Ergebnisseite mit dem Hinweis Powered by Bing in der Fußzeile
- Ecosia Support: Search results providers
- Ecosia Blog: EUSP search results are now live in Germany
- OpenAI: Introducing ChatGPT search
- Microsoft: Bing Webmaster Guidelines
- IndexNow: Instantly index your content
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